INTERNATIONALER WORKSHOP 2005 - CHEMISTRY IN ACTION!
„Welcome“, aber auch „Добър ден“ hieß es vom 06.-09.01.2005 in Mainz, als sich die fast 80 angereisten FChO-Veteranen über die Workshop- Teilnahme von 10 ausländischen Schülern freuen konnten. Der Zuwachs an Schülern anderer Länder und die für einen Workshop hohe Mitgliederzahl bezeugte die internationale Idee des Treffens. Bereits vor der IChO in Kiel war ein solches Wiedersehen geplant und gewünscht worden. Um mehr Finalisten der anderen Länder die Workshop-Teilnahme zu ermöglichen, erhielten die Schüler nicht nur finanzielle Unterstützung von der Karl- Gückinger- Stiftung, die Vorträge in Mainz wurden erstmals auch auf Englisch gehalten.
Der Workshop begann traditionell mit dem „Icebreaker“, dieses Jahr im Quartier Mayence in der Mainzer Innenstadt. Bereits vor dem Pub hatte man die eine oder andere Minute Zeit, sich über das Wiedersehen zu freuen und Pläne für die kommenden Tage und Abende zu schmieden – und spätestens drinnen war dann nach kurzer Zeit tatsächlich bei allen „das Eis gebrochen“.
Am Freitag starteten die Vorträge, auch dieses Jahr eine kunterbunte Mischung von Themen rund um die Chemie. Bei Christoph Jacobs „What are theoretical chemists doing all day?“ mussten viele sicher nicht nur beim Titel schmunzeln. Nikolaos Katsikis („Rheologische Eigenschaften von Polymerschmelzen“) und Dr. Wolfgang Bünder („Expertise von Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Biologie-, Chemie- und Physikolympiaden – Ergebnisse einer empirischen Forschung“) schlossen mit ihren Vorträgen an, bevor es vor allem für die IChO-Teilnehmer beim diesjährigen IChO-Bericht von Martin Brehm und Michael Hell bei vielen Bildern und witzigen Anekdoten spannend wurde. Nicht zuletzt konnten sie von den super Ergebnissen der deutschen Mannschaft berichten, die zwei Gold- und zwei Silbermedaillen erkämpfte. Nach der Mittagspause referierte Frank Sobott zum Thema „Structural Genomics – what’s all that about?“.
Christoph Lönarz verstreute einen Hauch von Oxford- Charme, als er mit original Festtagsuniform über seine Erlebnisse an der englischen Uni berichtete. Anschließend sprach Timo Lebold über „FTIR- spectroscopic investigation of model tropospheric aerosols“. Nun wurde es für alle angehenden Chemiker lustig, die sich gerne an Sicherheitsvorschriften halten und die vor so „alltäglichen Dingen“ wie einer großen (undichten) Box voll Brom noch Respekt haben. Mit einem sehr amüsanten Querfeldein- Trip durch die Showexperimente der Chemie schaffte es Professor Tremel und sein Team neben den Workshopteilnehmern auch die eingeladenen Schüler und Gäste zu beeindrucken. Da fiel es nicht schwer, dem Spruch Glauben zu schenken: Chemie ist das, was knallt und stinkt... Ein großes Dankeschön für den tollen Experimentalvortrag!
Frisch gestärkt ging es abends gleich weiter mit den Highlights: Sektführung in der Kellerei Kupferberg. Seit 1852 in Betrieb, gehört die Kellerei heute zu den führenden Herstellern auf dem Markt. Der Rundgang führte durch die historischen Kelleranlagen mit rießigen alten Eichenfässern und Metern von staubigen Flaschen, den Traubensaal und die weltweit größte Sammlung von Sektund Champagnergläser. Nur ganz spezielle Rebsorten dürfen in einer jährlich überprüften Mixtur zu den verschiedenen Sorten veredelt werden. Nach diesem kleinen Exkurs in die weite Welt des Alkohols durfte natürlich der Selbsttest nicht fehlen. Bei der großen Sektverkostung arbeiteten wir uns Zuckergrad für Zuckergrad durch die angebotenen Gläschen. Lecker!
Jan- Dierk Grunwaldt („Kleine Menge – große Wirkung: Einblicke in Struktur und Mechanismus von Katalysatoren“) und Cordula Klockenbusch („lgE and the immune response“) eröffneten den zweiten offiziellen Workshoptag. Nach kleiner Pause brachte Christoph Kiener Licht in die Zukunft der Energiepreisentwicklung: „The future of fossils. Reasons and background information about energy prices.” Den letzten der interessanten und informativen Vorträge hielt Gunnar Jeschke, der kritisch über Wissenschaftsförderung in Deutschland und Europa berichtete.
Am Nachmittag stand Mainz im Mittelpunkt – die Stadtführung erwartete uns. Startpunkt war der Fastnachtsbrunnen, ein 8,50 m hoher Narrenturm aus Bronze, der aus einer Ansammlung abstruser Gestalten besteht. Unter anderem kann man Till Eulenspiegel und Vater Rhein auf ihm entdecken. Über den Mainzer Dom ging es weiter zum Gutenbergmuseum, zum Rathaus bis ans Rheinufer.
Kulturell auf dem neuesten Stand planten wir einen Abend in gemütlicher Runde in der Unterkunft Don Bosco. Womit keiner rechnete: Der große Karnevalsangriff! Mit Papierhütchen und Luftschlangen erlebten auch die Faschingsentwöhnten unter uns mal das „Kölle Alaaf“Feeling und der Abend wurde, angestachelt von einer kleinen Gruppe Narren, zur lustigen und spontanen Abschiedsfete.
Den Abschluss des Workshops bildete wie in jedem Jahr die Mitgliederversammlung, bei der in diesem Jahr neben den gewohnten Besprechungen zu Projekten und Finanzen auch ein neuer Vorstand gewählt wurde. Christoph Jacob, der als Vorsitzender im Amt bleibt, bekommt die nächsten Jahre Unterstützung von Karin Kiewisch, Markus Schwind, Henry Bittig und Michael Hell. In ihrer Funktion als Vorstand zurückgetreten sind Max Hofmann, Cordula Klockenbusch, Kerstin Breitbach und Jan Nicolay. Max Hofmann wurde aufgrund seines jahrelangen Engagements ins Kuratorium aufgenommen.
Wie in jedem Jahr war der Workshop eine tolle Möglichkeit, seine Freunde wieder zu sehen und neue Freundschaften zu schließen! Hoffentlich sehen wir uns alle beim nächsten Treffen, voraussichtlich in Zürich, wieder. Ein Dankeschön an die fleißigen Organisatoren von diesem Jahr – schön, dass sich immer wieder motivierte Mitglieder für solche anstrengenden Aufgaben finden!
Henry Bittig und Judith Hierold
Das Programm findet Ihr hier.