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SCHNUPPERPRAKTIKUM ALS SPRUNGBRETT INS STUDIUM

Nachdem ich in die dritte Runde der IChO 2004 gekommen war, wurde mir mit den anderen Teilnehmern die Option eines Schnupperpraktikums gemacht und da ich in einem anderem Praktikum schon gute Erfahrungen gemacht hatte, war ich schon Feuer und Flamme das Praktikum zu machen. Die Entscheidung wo es stattfinden sollte viel mir schwer; nach Stuttgart oder doch lieber nach Köln... Schließlich habe ich mich für das MPI für Biophysikalische Chemie in Göttingen entschieden, da dort viel mit NMR gearbeitet wird und ich dieses Thema vertiefen wollte, doch der Hauptgrund war, das ich in eventuell Göttingen studieren wollte und ich durch das Praktikum die Stadt und die Uni schon mal besichtigen konnte.
   
Mit diesen Absichten habe ich mich an Herrn Prof. Griesinger gewandt, der das MPI leitet. Mit ihm habe ich den Termin des Praktikums festgelegt, alles Weitere wurde dann zwischen mir und meinem Praktikumsbetreuer Herrn Dr. Junker geregelt. Da ich zwar wusste mit was ich arbeiten wollte, aber nicht worüber, bekam ich einen Vorschlag was über Vitamine und deren Zersetzung durch verschiedene Einflüsse zu untersuchen. Ich entschied mich Vitamin B12, das bei der Blutbildung eine wichtige Rolle spielt, näher zu untersuchen.

Nachdem ich mich ein wenig in die Materie eingelesen hatte, bin ich Mitte Juli nach Göttingen gefahren, wo ich von dem Chauffeur mit institutseigenem BMW am Bahnhof abgeholt wurde. Am Institut angekommen habe ich meine Sachen im schön eingerichteten Gästehaus abgestellt und bin gleich rein ins Institut. Ohne Umschweife bin ich gleich in die weiter Vorgehensweise eingewiesen worden: Literaturrecherche, Messen, Auswerten, Praktikumsbericht schreiben. Die folgenden zwei Wochen habe ich kaum das Gelände verlassen, mit Institutsschlüssel ist es mir ermöglicht worden solange ich Lust habe zu bleiben. Außerdem war das Thema dann doch so umfangreich, das sich ein "Acht-Stundentag" als zu kurz erwies. Mit viel Hilfe und Unterstützung durch das Team, in dem ich kollegial aufgenommen wurde, bin ich gerade noch rechtzeitig mit dem Bericht fertig geworden, der abschließend mit Herrn Griesinger durchgesprochen wurde, um ein Rückblick auf das Praktikum zu werfen und Schwachstellen in der Herangehensweise zu analysieren. Diese Gespräch fand ich sehr wichtig und einen großes Plus in dem Praktikum, da ich selbst reflektieren konnte und ein wissenschaftliches Problem mit fachkundigen Personen besprechen konnte; solche Gespräche werden auch in Zukunft in der Uni geführt und so war das ein guter Start ins Studium.

Natürlich konnte ich nicht das Thema erschöpfend ausarbeiten, sodass viele Fragen offen blieben. Diese Fragen will ich nun in einem weiter führendem Projekt das ich bei Jugend-forscht einreichen will, beantworten, somit ist das Praktikum nicht nur eine einmalige Erfahrung, sondern auch ein Sprungbrett zu weiteren (Forschungs)-Aufgaben. Ich habe durch das Praktikum einmalige Kontakte zu einem großen Forschungsinstitut geknüpft und kann deswegen allen die auch die dritte Runde erreichen, nur empfehlen auch ein Praktikum durch zuführen. Es ist nicht so wichtig was ihr macht, oder ob ihr in Zukunft in diese Richtung gehen wollt. Die Hauptsache ist, dass es Spass macht und man Erfahrungen sammeln kann, die man sonst nie oder erst in der zweiten Hälfte des Studiums gemacht werden.


Jakob Bierwagen