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TEILNEHMERBERICHT üBER DAS LANDESSEMINAR RHEINLAND-PFALZ/SAARLAND 2007

Bericht vom Landesseminar Rheinland-Pfalz/Saarland 2007 in Kaiserslautern

15 Schülerinnen und Schüler aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland haben sich vom 28. – 31. Januar 2007 in Kaiserslautern getroffen. Diese Schüler haben sich in der 1. Runde der Internationalen Chemie-Olympiade besonders hervorgetan und durften daher an der Universität Kaiserslautern forschen, experimentieren und spannende Aufgaben lösen, um für die kommenden Runden besser gewappnet zu sein. Natürlich kamen dabei auch die Freizeit und die Geselligkeit nicht zu kurz.


An einem schönen Sonntagnachmittag haben wir uns in Trippstadt bei Kaiserslautern im Wanderheim Faselstall eingefunden; wir waren gespannt, was uns erwarten würde. Zuerst durften wir uns in den 3 – 4-Bettzimmern häuslich einrichten, dann ging es hoch in den großen Gemeinschaftsraum. Als das Programm geklärt war, wurde das Eis durch unsere Betreuer Karin Kiewisch und Tim Bleith bei dem in jedem Jahr aufs Neue beliebten Gesellschaftsspiel „Die Werwölfe vom Düsterwald“ gebrochen. Anschließend sind wir geschlossen zum örtlichen Asiaten getigert, wo wir uns während Buffet, Bowling und Kartenspielen näher kennen gelernt haben. Später im Gemeinschaftsraum unserer Herberge haben wir dann noch bis in die Nacht bei netten Unterhaltungen, Radler (nach den 3 Nächten war der gesamte Vorrat des Wanderheims erschöpft) und regelmäßigen Anspielungen auf einen mysteriösen Mister X gesessen.


Am Montagmorgen ging es um 7 Uhr ans Frühstückmachen (es war eine Selbstversorgerhütte). Brötchen, Marmelade, Wurst, Käse, Tee und vor allem Kaffee waren reichlich vorhanden. Alles hat erstaunlich gut geklappt, auch für den Abwasch haben sich schnell Leute gefunden. Mit dem Linienbus, der alle kleinen Orte und Örtchen in der Umgebung abklappert, sind wir dann endlich zur Uni gefahren. Vormittags stand ein Aufgabenseminar an, in dem wir Aufgaben aus früheren Runden und Jahrgängen durchgerechnet haben. Nach dem Mittagessen in der Mensa wurden wir dann schließlich in Zweiergruppen auf die Labore losgelassen. Wir haben zusammen den metallorganischen Komplex Ferrocen hergestellt. Interessanterweise (und nicht ganz erwünscht) entstanden alle Farbschattierungen von beige bis dunkelbraun bei unseren Produkten. Trotzdem war es für
alle ein lehrreicher Tag, weil viele noch nicht im Labor gearbeitet hatten und der Versuch doch über alles, was in der Schule experimentiert wird, hinaus geht. Nach dem Abendessen in
der Mensa sind wir dann zurück in den Faselstall gefahren, wo wir erschöpft in unsere Betten fielen und einschliefen (aber erst nach vielen weiteren Runden Werwolf-Spiel :-) ).


Dienstags nach dem Frühstück haben wir wieder den Bus nach Kaiserslautern genommen. An diesem Tag durften wir Acetylsalicylsäure, besser bekannt als Aspirin, und γ-tert-Butyl-ε-Caprolacton herstellen. Auch hier haben wir vielseitige Methoden und Geräte kennen gelernt, wie zum Beispiel Büchner-Trichter, Rückflusskühler, Scheidetrichter und die Umkristallisation. Am Nachmittag bekamen wir dann in Kleingruppen einen Einblick in den Alltag der Studenten an der Universität. Das wahr sehr hilfreich, wenn man noch nicht wusste, ob man Chemie studieren wollte, weil man sich jetzt eine genauere Vorstellung vom Studium machen kann. Unsere Produkte wurden außerdem nachmittags mit verschiedenen Verfahren (Schmelzpunktanalyse, Dünnschichtchromatographie, Gaschromatographie, Brechungsindex) analysiert. Am Abend haben unsere Betreuer mit unserer Hilfe leckere Nudelaufläufe und eine große Schüssel Pudding gekocht (das Abendessen in der Mensa am vorigen Tag hatte uns nicht überzeugt). Wie jeden Abend haben wir danach noch zusammen Poker und Werwölfe gespielt. Nachts um eins hatten wir dann plötzlich die Idee, noch eine Nachtwanderung zu machen. Also erkundete etwa die Hälfte von uns noch den vom Vollmond gespenstisch erleuchteten Wald von Trippstadt in der Hoffnung, einmal auf echte Werwölfe zu treffen.


Am nächsten Morgen waren dementsprechend viele ziemlich müde, doch wir konnten uns noch einigermaßen fit durch den Tag bringen. Nachdem wir nach dem Frühstück das Haus aufgeräumt und ausgefegt zurückgelassen hatten, stand in Kaiserslautern ein weiteres Aufgabenseminar an, diesmal zur organischen Chemie. Um elf Uhr nahmen wir dann noch an einer Führung durch das Gebäude teil, wir konnten verschiedene Fachbereiche besichtigen
und bekamen auch einen Überblick über die typischen Methoden und Verfahren, die dort angewendet werden. Als wir dann unser letztes gemeinsames Mittagessen beendet hatten, hatten wir noch etwas Freizeit vor der Schlussvorlesung, die wir mit Kartenspielen auszufüllen wussten. Unsere Betreuerin Karin Kiewisch stellte dann vor der eigentlichen Vorlesung noch den Förderverein der Chemie-Olympiade dem Publikum vor und erlöste uns von unserer Spannung, als sie die sieben Schülerinnen und Schüler bekannt gab, die es in die 3. Runde geschafft hatten. Anschließend überraschte der Experimentalvortrag von Prof. Sitzmann mit dem Thema „Geschichten über die Chemie“. Es war wirklich ein tolles, kurzweiliges Erlebnis und man konnte die spektakulären Experimente nur bestaunen. Als auch dieses Highlight zu Ende war, fiel der Abschied vor der Heimreise allen schwer, weil wir einige schöne Tage zusammen verbracht haben und nun auch ein paar Erfahrungen reicher heimkehrten. Ein paar von uns werden sich in der 3. Runde oder im nächsten Jahr wieder sehen. Vielleicht tritt ja auch der eine oder andere dem FChO bei, auch dort kann man seine Bekannten regelmäßig wieder treffen.


Da ich nun schon dabei bin, möchte ich diese Gelegenheit nutzen, um mich im Namen der Gruppe bei allen zu bedanken, die dieses Landesseminar möglich gemacht haben: dem Förderverein der Chemie-Olympiade, der diese Idee zum Leben erweckt hat; der Universität Kaiserslautern, die uns ihre Räume zur Verfügung gestellt und auch an der Organisation mitgewirkt hat, und unseren beiden tollen Betreuern Karin Kiewisch und Tim Bleith, die uns sicher durch diese 4 Tage geleitet haben. Es hat viel Spaß mit euch gemacht. Ich finde es super, dass dieses Angebot als Anreiz zur Weiterbildung für die teilnehmenden Schüler existiert. Hoffentlich können noch viele spätere Schülergenerationen diese Gelegenheit wahrnehmen, ich möchte die hier gemachten Erfahrungen nicht missen.


Bericht von Thomas Kochenburger