TEILNEHMERBERICHT üBER DAS LANDESSEMINAR RHEINLAND-PFALZ/SAARLAND 2008
Ende Januar 2008 machten sich 14 Jugendliche aus Rheinland-Pfalz sowie ein „Exot“ aus dem benachbarten Saarland auf den Weg nach Trippstadt, um an der Universität in Kaiserslautern zusammen mit Karin Kiewisch, Tim Bleith und Thomas Kochenburger im Rahmen des Landesseminars Rheinland-Pfalz/Saarland zur Chemieolympiade vier Tage lang in die Welt der Moleküle zu tauchen.
Die Anreise ins kleine Örtchen Trippstadt gestaltete sich dabei für diejenigen, die per Auto anreisten, relativ unproblematisch; für jene allerdings, die auf Bus und Bahn angewiesen waren, schien die Anreise zunächst etwas umständlicher, war aber dank Fahrplanoptimierung nicht unmöglich, so dass letztendlich zur vorgesehenen Treffzeit am Sonntag um 16.00 Uhr alle eingetrudelt waren. Nachdem wir uns in den Zimmern im Wanderheim niedergelassen hatten, ging es im Gruppenraum mit der obligatorischen Vorstellungs- und Kennenlernrunde los. Nach einer Runde „Berliner- Essen“, sollte es nun an der Zeit sein, das alljährlich bewährte Spiel „Die Werwölfe von Düsterwald“ zu spielen. Diese amüsante Unterhaltung war dann auch erst einmal Beschäftigung bis zum Abendessen, für das in der Selbstversorgerhütte überwiegend die Betreuer gesorgt haben. Als „Gegenleistung“ haben sich dafür immer genügend Leute gefunden, die das Geschirr gespült und wieder eingeräumt haben. Ziemlich schnell waren dann Sonntagabend plötzlich die meisten aus unerklärlichen Gründen auf ihrem Zimmer verschwunden, so dass nur noch ein kleiner Kreis der Teilnehmer und die Betreuer sich an Outburst und Ligretto erfreuen konnten.
Am frühen Montagmorgen hieß es dann Kaffee und Tee kochen, um anschließend zu frühstücken. Für jeden war wohl das richtige dabei, da die Betreuer für ein ziemlich breit gefächertes Angebot gesorgt hatten. Der maßgeschneiderten Organisation sei Dank, dass wir wie geplant den Bus um 8:15 Uhr Richtung Universität Kaiserslautern erreichten. In der Uni angekommen, machten wir uns in einem ersten Aufgabenseminar an die Lösung von Aufgaben aus dem Gebiet der Anorganischen Chemie. Auch wenn diese nicht einfach waren, waren sie nicht unlösbar, so dass nach diesem Seminar wohl jeder dankbar war, neue Zusammenhänge kennen gelernt zu haben. Anschließend machten wir uns gegen 12 Uhr ans andere Ende der Uni zur Mensa auf, um dort, wie (fast) alle anderen Studenten auch, „Gericht Nummer 1“ Hähnchencrossies mit Spaghetti zu essen. „Gericht Nummer 2“, was als Dibbelabbes verkauft werden wollte, stand zufälligerweise bereits im Jahr zuvor auf dem Speiseplan und hatte sich schon damals nicht allzu großer Beliebtheit erfreut. Der ökonomische Nutzen war für uns nicht ersichtlich, zumal darüber hinaus seit Jahren in Studentenkreisen bekannt zu sein scheint, dass die Uni-Mensa-Küche für „Dibelabbes“ nicht das richtige Händchen beim Kochen hat. Zum Glück war unser gewähltes Essen für alle akzeptabel, sodass wir gestärkt in den Nachmittag mit den auf uns wartenden Aufgaben im Labor starten konnten. Dort haben wir in Zweiergruppen den metallorganischen Komplex Ferrocen, der auch in den Aufgaben der 1. Runde Thema war, hergestellt. Dank der präzisen Arbeit aller Gruppen schafften wir es, recht nahe an die eigentliche Farbe von Ferrocen heranzukommen. So konnte am Ende des Tages von allen ein positives Fazit gezogen werden, da jeder von sich behaupten konnten, mit bisher unbekannten Apparaturen gearbeitet zu haben. Mit dem Bus zurück nach Trippstadt gefahren, bereiteten wir dort unser Abendessen zu und erfreuten uns im Anschluss an äußerst amüsante Gespräche ein weiteres Mal an Ligretto und Outburst. Um die Quote im Bezug auf die „ins-Bett-geh-Zeit“ dann doch noch im Vergleich mit unseren Vorgängern ein wenig zurechtzurücken, sorgte der harte Kern vom Vorabend dafür, dass auch an diesem Abend einige bis nach Mitternacht wach waren. Dabei hatte das nächtliche Ligrettospiel dem ein oder anderen ein wenig zugesetzt.
Den Dienstag widmeten wir der praktischen Arbeit im Labor und führten eine organische Synthese durch. Unser Ziel war es, Essigsäure-3-methyl-butylester, vielleicht besser bekannt als Bananenester, herzustellen. Wie der Name schon verrät, hat dieser Ester einen ausgeprägten Bananengeruch, der uns an sämtliche Bananenjoghurts mit künstlichem Geschmacksverstärker erinnerte, auf die wir nach getaner Arbeit im Labor in nächster Zeit wohl vorerst verzichten wollten. An die Synthese schloss sich einerseits noch ein Teil der Analytik an, in dem wir unser Produkt mit Verfahren wie beispielsweise der Gaschromatographie genauer unter die Lupe nahmen, sowie andererseits eine Führung durch die Labore, in denen Studenten des Studiengangs Chemie tätig waren. Dieser - wenn auch kurze - Einblick in das Leben eines Chemiestudenten war informativ, da sich jeder so von der praktischen Arbeit an der Universität ein genaueres Bild machen konnte. Nach diesem Tag näherte sich das Seminar schon langsam seinem Ende zu. Immerhin ein letzter Abend im Wanderheim blieb uns, an dem wir die Vorzüge einiger bereits erwähnter Spiele wieder einmal ausnutzen.
Nachdem dann am nächsten Morgen alle mehr oder weniger ausgeschlafen aufgestanden waren und gefrühstückt hatten [einige der besonders müden Krieger kamen auf die glorreiche Idee, ihr Subway-Essen vom vorigen Abend zum Frühstück zu verzehren; war bestimmt lecker ;)], war es schließlich an der Zeit, das Wanderheim zu räumen und zum letzten Mal im Rahmen dieses Seminars an die Uni zu fahren. Gepäck gut verstaut und im Seminarraum angekommen, begaben wir uns wissbegierig noch in das zweite Aufgabenseminar, diesmal allerdings zur Organischen Chemie. Für einige von uns waren die hier besprochenen Themengebiete Neuland, andere kannten sich bereits bestens aus. Dennoch konnten wir dank der drei Betreuer viel Fachwissen mit nach Hause nehmen. Im Anschluss an das Aufgabenseminar stand noch einmal Mittagessen in der Mensa auf dem Programm, bevor das Seminar mit einem interessanten Experimentalvortrag von Professor Sitzmann sowie der darin integrierten Abschlussfeier abgerundet wurde. Das geduldige Warten auf die Ergebnisse der Zweiten Runden der Chemie Olympiade wurde hier nun auch endlich belohnt. Tim Bleith gab im Anschluss an die Vorstellung des Fördervereins Chemieolympiade, der dieses Seminar überhaupt erst ermöglicht hat, die drei Teilnehmer bekannt, die es in die dritte Runde nach Göttingen geschafft haben, und händigte mit den beiden anderen Betreuern Karin Kiewisch und Thomas Kochenburger jedem Seminarteilnehmer eine Urkunde aus.
Abschließend möchte ich mich am Ende im Namen aller Teilnehmer für das wirklich gelungene Landesseminar bedanken, vor allem bei denjenigen, die maßgeblich an dessen Erfolg beteiligt waren. Zu nennen sind hier vor allem die Technische Universität Kaiserslautern, die uns die Labore und Seminarräume zur Verfügung gestellt hat, sowie die drei Betreuer Karin, Tim und Thomas vom Förderverein Chemie-Olympiade, ohne die das Seminar nicht so viel Spaß gemacht hätte. Letztendlich ist es nämlich ihnen zu verdanken, dass unsere Begeisterung für Chemie und für die Auseinandersetzung mit komplexeren Aufgaben neu geweckt wurde.
Katharina Kober