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LANDESSEMINAR BAYERN 2010

Teilnehmerbericht von Daniela Prange

Aus allen Ecken Bayerns waren wir, die Teilnehmer des diesjährigen bayerischen Landesseminares der Chemie-Olympiade angereist, das 2010 vom 3. bis 6. Februar im Chemiepark Werk Gendorf stattfand. Für manche Schüler ist es das erste Mal, andere sind schon zum zweiten oder dritten Mal dabei. Nach der Zimmerbelegung und der Begrüßung durch Frau Waldvogel, die Landesbeauftrage der IChO in Bayern, wurde uns kurz das Programm der nächsten Tage vorgestellt. Im Anschluss daran lud uns der Geschäftsführer der bayerischen Chemie-Verbände, Herr Völkl, zum Abendessen ein, bei dem wir nun die Möglichkeit hatten zum einen alle Teilnehmer - wenn auch begleitet von anfänglichen Sprachbarrieren - als auch unsere Betreuer der nächsten Tage kennenzulernen.

Am Donnerstag ging's dann endlich richtig los. Im Industriepark im Werk Gendorf angekommen, wurden wir nach einer kurzen Begrüßung und einer Sicherheitseinweisung in zwei Gruppen eingeteilt. Die erste durfte nun mit ins Labor, die zweite ins Technikum, um dort praktisch zu arbeiten. Im Technikum sahen wir nun wie großtechnisch in der Chemie gearbeitet und produziert wird. Selber durften wir hier so eine Kochsalzlösung herstellen - ziemlich kompliziert, wie wir feststellten. Natürlich machte es aber auch wirklich Spaß, selber einmal so riesige Anlagen zu bedienen, welche ja viele von uns zuvor noch nicht einmal gesehen hatten. Mit der NaCl-Löung ging's anschließend ins Labor, da daraus schließlich noch ein Duschbad hergestellt werden sollte. Dieses durften wir nach Lust und Laune mit Farb- und Duftstoffen versetzen, sodass am Ende keines mehr dem anderen glich. Die zweite Gruppe durfte in dieser Zeit unter der Leitung von Herrn Asenkerschbaumer und mit der Unterstützung durch mehrere Auszubildende Paracetamol durch die Acetylierung von 4-Aminophenol synthetisieren. Gestärkt vom Essen im Betriebsrestaurant hörten wir nachmittags von Herrn Baier von der Vinnolit GmbH & Co. KG einen Vortrag über den Weg vom Steinsalz zum PVC, wobei er uns einen Einblick in die Geschichte und Herstellung des PVC gab. Anschließend führte er uns durch den PVC-Betrieb und erklärte uns die Membranelektrolyse. Nach diesem straffen Tagesprogramm folgte noch ein Abschlussgespräch und Snack im Gästehaus, bei dem wir die Möglichkeit hatten, uns mit Fachleuten aus der Chemie zu unterhalten. Wieder in Burghausen angekommen wurde nun noch das Nachtleben dort ein wenig erkundet. Beim gemütlichen Beisammensitzen mit zwei ehemaligen Chemieolympioniken konnten wir zum einen Fragen zum weiteren Verlauf der Chemieolympiade und im Allgemeinen zur Chemie stellen als auch Gespräche abseits der Chemie führen.

Am nächsten Morgen fuhren wir nach dem Frühstück wieder ins Berufbildungswerk, wo nun die Gruppen getauscht wurden, die eine also jetzt Paracetamol und die andere Duschgel herstellen durfte, damit alle die gleichen Erfahrungen sammeln konnten. Im Anschluss ans Mittagessen erhielten wir von Herrn Dr. Fischer eine Kurzeinführung über "Forschung und Entwicklung" und einen Einblick in den Alltag eines Chemikers. Danach besichtigten wir unter seiner Leitung das Labor und das Technikum der Vinnolit. Nach einem kleinen Fußmarsch durch die Kälte bis ans Ende des Werkes informierte uns Herr Hagen, der Chef der Feuerwehr des Standortes, mit seinen Mitarbeitern über den Brandschutz im Werk. Im Anschluss daran durften wir schließlich auch selber die verschiedenen Feuerlöscher ausprobieren und jeder ein kleines Feuer löschen. Anschließend hörten wir den Vortrag "Alchemie - Von der Antike bis ins Königreich Bayern" von Prof. Dr. Kreißl von der TU München, der durch viele Experimente aufgelockert wurde. Zudem wurden noch Urkunden für die Teilnahme am Landesseminar verteilt und die Teilnehmer der 3. Runde der 42. Chemieolympiade bekanntgegeben. Bei der folgenden Abschlussfeier mit Buffet hatten wir nun auch noch ein letztes Mal die Möglichkeit, uns mit Fachleuten aus der Chemie zu unterhalten. Den restlichen Abend verbrachten die meisten von uns noch einmal gemeinsam in Burghausen.

Am letzten Seminartag versammelten wir uns nach dem Frühstück alle im Seminarraum, um in kleinen Gruppen Aufgaben der 3. Runde der IChO 2009 zu rechnen, wobei wir natürlich bei Fragen auch Hilfe von den Betreuern bekamen. Und danach hieß es dann auch schon wieder Abschied nehmen und nach Hause fahren. Alles in allem waren es doch 3 wirklich interessante und informative, aber auch wirklich unterhaltsame und lustige Tage, die wir in Burghausen verbracht haben und in denen wir viele neue Erfahrungen sammeln und chemiebegeisterte Leute kennenlernen konnten. Dafür herzlichen Dank vor allem an all diejenigen, die maßgeblich für den Erfolg des Landesseminars verantwortlich waren und es überhaupt erst ermöglicht haben. Zu nennen sind hier zum einen das Werk Gendorf mit allen Mitarbeitern, die Landesbeauftragte Marion Waldvogel und natürlich der Förderverein der Chemieolympiade mit unseren Betreuern Martin und Michael. Für einige gibt's auch sicherlich nächstes Jahr ein Wiedersehen beim Landesseminar.

Daniela Prange