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BERICHT LANDESSEMINAR BADEN-WüRTTEMBERG 2006

Das Vorbereitungsseminar in Stuttgart

Das Vorbereitungsseminar findet zwischen der 2. und 3. Runde in Stuttgart statt. Um den Schülern aus Baden-Württemberg bei dem Sprung in die weiteren Runden zu helfen, hat das Kultusministerium in Zusammenarbeit mit dem Kepler-Seminar für Naturwissenschaften (eine Einrichtung der Heidehof-Stiftung der Familie Bosch, Stuttgart) und dem Landesinstitut für Schulentwicklung (LS) das Chemieseminar eingerichtet.

Es fand in Dezember 2006 bereits zum zehnten Mal statt.

Gleichzeitig fand auch  das Seminar zur Internationalen Physikolympiade (IPhO) statt.

Die Stiftung der Familie Bosch übernahm einen Teil der Kosten. In den Laborräumen des Staatlichen Seminars für Didaktik und Lehrerbildung Stuttgart konnten die jungen Chemiker an modernen Arbeitsplätzen die Problemstellungen erforschen. Erfahrungsgemäß fehlen den Schülern in den 3. und 4. Runden vor allem auch experimentelle Fertigkeiten. Das Seminar sollte ihnen ausgiebig Möglichkeiten geben, sich mit typischen Experimenten der internationalen Chemieolympiaden auseinander zu setzen.

Die Einladung nach Stuttgart sollte neben einer gezielten Förderung in Chemie auch eine besondere Belohnung für die in den ersten beiden Runden gezeigten hervorragenden Leistungen sein. Gleichzeitig erhielten so die Schüler, die an ihren Schulen oft unverstandene Einzelkämpfer sind, die Möglichkeit, vielfältige Kontakte zu anderen interessierten Chemikern zu knüpfen. Die Teilnehmer, die zum ersten Mal beim Auswahlverfahren teilnahmen, konnten in diesen Tagen viele wertvolle Tipps von den „alten Hasen“ des Fördervereins IChO für die weiteren Runden bekommen.

Auf dem Programm des Vorbereitungsseminars zur 39. Internationalen Chemie-Olympiade 2007 standen ein Praktikum mit sechs verschiedenen Experimenten zu ausgewählten chemischen Grundthemen, die gemeinsame Aufarbeitung von theoretischen Fragestellungen zusammen mit ehemaligen Teilnehmern im Hinblick auf die 3. und 4. Runde, eine Exkursion ins Motorenwerk der DaimlerChrysler AG mit Besuch des Mercedes-Benz-Museums und die Prämierung der Landessieger durch Prof. Annemarie Schupp im Auftrag des Kultusministeriums mit Urkunde und wertvollem Buchpreis. Zu den Preisträgern gehörten: Lukas Braun, Grimmelshausen-Gymnasium Offenburg; Helmut Lutz, Mörike-Gymnasium Ludwigsburg; Barbara Mahler, Heimschule St. Landolin Ettenheim; Doreen Dienel, Gewerbliche Schulen Rottweil; Natalie Denninger, Gymnasium in der Taus Backnang.

Das „Tüpfelchen auf das i“ zu einer wiederholt gelungenen Veranstaltung setzte Prof. Dr. Thomas Leisner vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung des Forschungszentrums Karlsruhe mit seinem Vortrag „Faszinierende physikalische Effekte in der Atmosphäre“, in dem er mit Demonstrationsversuchen lebendig aufzeigte, warum der Himmel blau und  der Regenbogen gebogen ist. Außerdem machte er den Zuhörern klar, dass es gar nicht so einfach ist, dass es aus einer Wolke regnet oder warum Wolken trotz heftigen Windes „stehen bleiben“.

Das IChO-Vorbereitungsseminar war auch in diesem Jahr wieder eine richtungweisende Ergänzung der Begabtenförderung in Baden-Württemberg. Die Arbeit im Chemieseminar war für Schüler wie Lehrer anstrengend, aber sehr befriedigend. Gerade in Zeiten knapper Ressourcen muss in diese intelligenten und hoch motivierten jungen Leute investiert werden. Was heute nicht in den Köpfen junger Menschen wächst, kann morgen nicht in den Forschungslabors entwickelt werden.

Verantwortliche Stellen in Politik, Wirtschaft und Forschung dürfen nicht müde werden, die Bedeutung der Begabtenförderung für unsere Zukunft deutlich zu machen. Immer noch gibt es viel zu viele Vertreter in der schreibenden Zunft sowie in Radio und Fernsehen, die stolz sind, von Naturwissenschaft nichts zu verstehen. Es wäre besser, sie würden diesen Mangel bekennen und für eine innovative Förderung naturwissenschaftlicher Begabung offen eintreten. Dort liegen die größten Potentiale und Entwicklungsmöglichkeiten unseres rohstoffarmen Landes.

Dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport gilt auch in diesem Jahr besonderer Dank für die unbürokratische und großzügige Unterstützung dieses Chemie-Seminars. An dieser Stelle soll auch wieder auf die enge Zusammenarbeit mit dem Kepler-Seminar der Heidehof-Stiftung, Stuttgart hingewiesen werden.

Dr. Wiltrud Chiabudini

IChO-Länderbeauftragte
Baden-Württemberg

Landesinstitut für Schulentwicklung