BERICHT VOM 4-LäNDER-SEMINAR 2007
Vier-Länder-Seminar 2007 bei der BASF Schwarzheide. Ein Erlebnisbericht.
Der erste Eindruck, den wir zu Beginn des Wettbewerbs zwischen Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin erfuhren, war der etwas marode Bahnhof Ruhland, vor dessen Türen wir das erste Mal mit den anderen Mannschaften, unseren Betreuern für die nächsten Tage und den Fachlehrern zusammentrafen.
Der Bus kam und wir fuhren, dem Ablaufplan gemäß, in Richtung der BASF, wobei wir allerdings zwei Mitglieder des sächsischen Teams „vergaßen“. Ihr Zug hatte Verspätung, und da standen sie nun.
Es klärte sich jedoch alles auf, sodass am Ende 16 chemieinteressierte Schüler im Kulturhaus Schwarzheide zusammentrafen. Nach dem notwendigen Mittagessen begannen wir dann auch mit der knapp fünfstündigen Theorieklausur, in deren Verlauf ich doch sehr ins theoretische Schwitzen kam. Von Elektro- über Bio- bis zur Komplexchemie wurden uns insgesamt sieben Aufgaben gestellt, die es wirklich in sich hatten. Über zu niedrige Anforderungen konnte man sich nun wirklich nicht beklagen.
Unsere Unterkunft, in die wir anschließend gebracht wurden, entpuppte sich als luxuriöses Landhotel, und nach einem mit interessanten Gesprächen gespickten Abendessen teilten wir uns in mehrere kleine Grüppchen auf, in denen wir den ersten Tag ausklingen ließen, während sich die Studenten mit unseren Lösungsvorschlägen und –versuchen herumschlagen mussten.
Der zweite Wettbewerbstag stand ganz im Zeichen der Praxis. In Teams entsprechend der einzelnen Bundesländer wurden wir mit einer zweiteiligen Aufgabenstellung konfrontiert, die meistens in Zweiergruppen bewältigt wurden.
Kristallwasseranalyse über acidimetrische Titration und die Sandmeyer-Reaktion sorgten für ausreichend Beschäftigung. Das Aufbauen der für die Synthese notwendigen Apparatur glich einem interessanten Puzzlespiel mit teuren Teilen, die sich manchmal unseren verzweifelten Versuchen, doch endlich das zu tun, was wir uns dachten, widersetzten. Die Azubis der BASF Schwarzheide und die Betreuer beobachteten uns auf Schritt und Tritt und registrierten jeden Fehler, von zersprungenem Glas bis zur vergossenen Salzsäure – Natürlich konzentriert.
Die Zeit war äußerst knapp und verging dann auch wie im Flug, und von 15 Uhr an erfolgte dann die Ergebnispräsentation der einzelnen Gruppen, gefolgt von teils amüsanten, teils merkwürdigen Fragen der Juroren.
Was ich gelernt habe? Nun, der Kern darf nur punktuell gefettet werden, wenn er in die Hülse gesteckt wird.
Die verbrauchten Energiereserven wurden im Senftenberger Bowlingcenter „Strike“ an einem vielfältigen Büffet wieder aufgefüllt. Anschließen wurde eine mehr oder weniger ruhige Kugel geschoben – Spaß und interessante Gespräche standen für mich im Vordergrund des Bowlings.
Der dritte und damit auch leider letzte Tag stand schließlich im Zeichen der BASF Schwarzheide – Werksbesichtigung (Rohre über Rohre), Nitrierung von Toluol in einer riesigen Glaskolonne (Farben über Farben) und Mittagessen im noch nicht einmal offiziell eröffneten Casino (Genuss über Genuss) – Man hatte sich einiges einfallen lassen, um uns zu beeindrucken. Und wenn wir auch zum zehnten Mal hörten, dass die Aufrüstung von Lagerkapazitäten ein besonders gut laufendes Geschäft kennzeichnete und ich die Markennamen irgendwann nicht mehr auseinander halten konnte – Interessant war es dann doch.
Der Höhepunkt des Tages war natürlich die Siegerehrung, vor der uns noch der FChO näher gebracht wurde (inklusive eines Beitrittsformulars). Werbegeschenke der BASF gesellten sich zu den Urkunden, man verabschiedete sich, auf ein baldiges Wiedersehen hoffend, und schon war das Vierländerseminar vorbei.
Schade.
Aber da warten ja noch die dritte Runde der IChO und das Beitrittsformular…